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Businessmom & Gastgeberin

Vor mehr als einem Jahr – um genau zu sagen einem Monat vor Lockdown 1 – startete Eva-Maria Wukonigg gemeinsam mit Ehemann Christian in Wien das Lokal „Paul & Vitos“, benannt nach den beiden Zwillingssöhnen. Zielgruppe: Alle, die sich im urbanen Raum bewegen und ein legeres, aber gestyltes Lokal suchen. Wir fragen nach, wie krisenfest Business Moms jetzt und kurz nach der Pandemie sind.

Seit einem Monat dürfen wieder Gäste ins Lokal kommen. Wie waren die Erfahrungen in den unterschiedlichen Lockdowns?

Während des ersten Lockdowns waren wir praktisch mit Planung und Umbau blockiert, weil es nicht so einfach möglich war Architekten und Professionisten zu treffen. Erst im Juli 2020 konnten wir mit den konkreten Planungsmaßnahmen beginnen. Die Eröffnung am 8. Oktober war mit allen Corona-Bestimmungen natürlich auch nicht so rauschend wie wir es uns vorgestellt haben, aber wir haben es durchgezogen. Wir waren gut unterwegs, am ersten Wochenende hat man das Lokal gestürmt. Doch dann: Wieder ein Lockdown und wieder ein Lockdown. Zuvor noch der Schock der Wiener Terrrornacht, in der wir am 2. November mit 60 Menschen im Keller unter dem Lokal festsaßen.

Aber dann haben wir wieder weiter gemacht. Ich dachte mir: Wir machen irgendetwas. Es gab Punsch to Go, Trüffel-Popcorn und Kekse.

Seit wir nun seit ein paar Wochen „normal“ offen haben, kommen die Gäste, aber am Anfang noch verhalten.

Wie war die Doppelbelastung zwischen Homeschooling und Gastro-Start-Up?

Es war im ersten Lockdown sehr schwierig. Zwei kleine Kinder zuhause, meine ältere Tochter Zoe (14) im Homeschooling, das war heftig. Meine Tochter und ich sind manchmal beide weinend dagesessen. Die Erwartungserhaltung an die Gesellschaft war sehr hoch. Wie es weniger Privilegierte meistern sollen, daran wurde überhaupt nicht gedacht.

Hat die wirtschaftliche Komponente zusätzlich belastet?

Die Versprechungen der Regierung beim zweiten Lockdown klangen sehr vielversprechend. Leider haben wir von den zugesagten Förderungen nicht einmal einen Bruchteil erhalten. Wir kämpfen noch immer um den Umsatzersatz seit November. Bei den zuständigen Stellen erklärt sich niemand als wissend. Das ist frustrierend, weil die Situation seit sieben Monaten für das Lokal und unsere 14 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter existenzbedrohend ist. Wir haben keine Kündigungen ausgesprochen. Wir möchten nichts geschenkt bekommen, aber für unseren Einsatz sollten zumindest Zusagen eingehalten werden.

Glaubst Du, dass man als dreifache Mutter krisenfester ist als andere, weil man bereits viele Herausforderungen meistern musste?

Durch das Muttersein wurde ich sicher auf das ständige Probleme lösen vorbereitet. Wenn es um das Leben der Kinder geht, ist das natürlich dringender, aber am Ende geht es auch beim Geld verdienen um ihr Wohlergehen. Außerdem bin ich ein positiv denkender Mensch: Negativ denken macht ja auch nichts besser.

Fotocredits: Philipp Lipiarski

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