StartAktuellProteste im Iran: uniko fordert nationales Programm für gefährdete Forscher:innen

Proteste im Iran: uniko fordert nationales Programm für gefährdete Forscher:innen

Die österreichische Universitätenkonferenz (uniko) zeigt sich erschüttert über die anhaltende Gewalt, mit der das iranische Regime gegen Studierende, Professor:innen und die Zivilgesellschaft brutal vorgeht und versucht, jeglichen Protest im Keim zu ersticken: „Der tragische Tod der Kunststudentin Mahsa Amini, der eine Welle des Protests ausgelöst hat, muss lückenlos aufgeklärt werden und darf nicht ohne Folgen bleiben“, so uniko-Präsidentin Sabine Seidler.

„Die österreichischen Universitäten richten daher einen dringenden Appell an die österreichische Bundesregierung und die Europäische Kommission, hier klar Stellung zu beziehen und die Aufnahme von bedrohten und schutzsuchenden Forscher:innen aus dem Iran zu erleichtern.“ Zudem fordert die uniko die Einrichtung eines nationalen Unterstützungsprogramms für bedrohte Forscher:innen nach internationalem Vorbild und will hier besonders gefährdeten Frauen eine neue Perspektive eröffnen.

Gefährdeten Personen durch Uni-Anstellung Schutz bieten

Die von der uniko ins Leben gerufene Initiative MORE, die zuletzt die Unterstützung zahlreicher Studierender aus der Ukraine ermöglicht hat, könnte mittels einer neuen Schiene auch auf bedrohte Wissenschaftler:innen und Künstler:innen ausgeweitet werden. „Wir haben die Konzepte, Netzwerke wie Scholars at Risk und die breite Unterstützung der Universitäten – was uns fehlt, sind die Unterstützung und Mittel zur Umsetzung“, so uniko-Präsidentin Seidler. Ziel ist es, qualifizierten Personen mit Gefährdetenstatus durch eine befristete Anstellung an einer Universität und ein gezieltes Mentoring-Programm rasch und unbürokratisch Schutz und eine neue Perspektive zu geben.

Auf internationaler und europäischer Ebene wurden bereits einige Programme dieser Art ins Leben gerufen, die durch nationale Initiativen wie die Philipp Schwartz-Initiative der Alexander von Humboldt Stiftung in Deutschland oder das PAUSE-Programm in Frankreich ergänzt werden. Es wäre jetzt der richtige Zeitpunkt für Österreich hier nachzuziehen.

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